natur
Beobachten

       

Es dreht sich (fast) alles um die Null

Der genaue Termin für den astronomischen Winter ist heuer der 21. Dezember um 13 Uhr 42. Für alle, die den Winter als die Zeit mit regelmäßigem Frost wahrnehmen, scheint der Termin viel zu spät angesetzt. Das hängt mit der spezifischen Situation Mitteleuropas zusammen. Das Phänomen Frost und vor allem die Tatsache, das Wasser in unserem Ökosystem eine so wichtige Rolle spielt, macht aus der Null-Grad-Marke ein entscheidendes Kriterium des Überlebens.

Wer mit den Kalendervorgaben nicht zufrieden ist kann sich vielleicht damit trösten, dass im atlantisch getönten Westeuropa die Verhältnisse noch weniger passen. Immerhin sind heuer im golfstromumspülten England die Frühjahrsblüher schon im Jänner aktiv gewesen, also lange vor dem 20. März!

Dem Tode näher
Die winterliche Nahrungsknappheit führt bei vielen Tierarten zu einer vorsorglichen Änderung des Verhaltens. Es wird Energie gespart und bei einigen Arten sogar der Stoffwechsel auf Winterbetrieb umgestellt. Die mildeste Form des Überwinterns ist bei Säugetieren die Winterruhe. Die Sinnesorgane bleiben aktiv und ein sofortiges Aufwachen ist möglich. Im Winterschlaf sind dagegen die Tiere dem Tode näher als dem Leben. Zumindest, was die Körperfunktionen betrifft. Im Körper der Winterschläfer kommt es zu extremen Veränderungen: Igel atmen statt 40 bis 50 Mal pro Minute nur noch ein bis zwei Mal, das Herz schlägt statt 200 nur noch fünf Mal pro Minute. Die Körpertemperatur sinkt von 36 Grad auf 1 bis 8 Grad Celsius herab. Das Aufwachen kostet den Winterschläfern sehr viel Energie, wofür sie die angesparten Fettreserven verbrauchen. Alles in allem ein sehr riskanter Lebensabschnitt!

Frosthärte und winterliche Tiefsttemperaturen
Wenn man nach den winterkältesten Gebieten in Niederösterreich fragt, tippen die meisten Menschen auf die Gebirgslagen der Kalkalpen. Für die Lufttemperatur wird's auch stimmen, für die Vegetation dagegen nicht. Die Liebhaber von Alpinpflanzen kennen vielleicht die verwunderliche Tatsache, dass Pflanzenarten, die in 1800 m unter widrigen Bedingungen überleben, im Garten auf 250 m Seehöhe ausfrieren. Die Ursache liegt in der fehlenden oder geringen Schneedecke im Tiefland. Fröste ohne schützende Deckschicht, sogenannte Barfröste, dringen tief in den Boden ein und stellen die Vegetation auf eine harte Probe. Und darauffolgende Wärmephasen verführen die Pflanzen zum vorzeitigen Austreiben. Wenn dann wieder Frosttage kommen, kann es um die im Garten kultivierten Alpenpflanzen geschehen sein. Für die Pflanzenwurzeln sind die ostösterreichischen Tieflagen des Weinviertels winterkälter als Schneeberg und Ötscher! Gebirgspflanzen erkaufen sich den Luxus der geringeren Frosthärte durch eine kürzere Vegetationszeit, durch ein Leben im Kühlschrank!

Zum Seitenbeginn



Lostage

4. Dezember:
St. Barbara mit Schnee,
im nächsten Jahr viel Klee.

20. Jänner:
Fabian im Nebelhut,
tut den Bäumen gar nicht gut.

2. Februar:
Lichtmeß im Klee,
Ostern im Schnee

5. Februar:
St. Agatha könnts bewegen,
den ganzen Schnee wegzufegen!

24. Februar:
Mattheis bricht's Eis,
find er keins, so macht er eins.

3. März:
Wenn´s zu Kunigunde friert,
sie´s noch 40 Nächte verspürt!

10. März:
Friert's am Märtyrertag recht,
so friert's noch vierzig Nächt'.

Wie die vierzig Märtyrer das Wetter gestalten,
so wird es noch vierzig Tage halten.

Zum Seitenbeginn