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Schön langsam wird's etwas gemütlicher

Obwohl die Tagestemperaturen noch weiter kräftig ansteigen, beginnt sich die Natur langsam zu beruhigen. Nach den stürmischen Frühlingsphasen kehrt vorübergehend Ruhe ein. Am auffallendsten ist das in akustischer Hinsicht. Die Reviergesänge in der Vogelwelt sind nur mehr selten zu hören. Vor allem die unverpaarten Männchen werben noch tapfer für sich - die Saison ist aber schon gelaufen. Ruhig ist es aber auch deswegen noch, weil eine andere Tiergruppe in ihrer Entwicklung noch nicht weit genug ist, um sich akustisch zu präsentieren. Gemeint sind natürlich die Heuschrecken. Wenn nämlich die laut werden, ist der Frühsommer vorbei! Der genannte stetige Anstieg der Lufttemperatur muß aber auch gar nicht zutreffen. Ob es ein warmer, milder Frühsommer wird oder er doch kalt und regnerisch verläuft, wird im Nordatlantik festgelegt.

Am Siebenschläfertag, dem 27. Juni, der bei den Landwirten als einer der wichtigsten "Lostage" gilt, entscheidet es sich, ob die Tiefdruckgebiete in den folgenden sieben, acht Wochen von der nordatlantischen Wetterküche auf einer nördlichen oder einer südlichen Bahn Richtung Ostsee ziehen. Entweder wird der Sommer dann auf den britischen Inseln und in Skandinavien oder in West- und Mitteleuropa verregnet. Wird die Weiche Richtung Süden gestellt, weil den Tiefs der direkte Weg nach Osten durch Kaltluftmassen über der Nordsee versperrt wird, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Tiefs die ansonsten im Sommer sehr seltene "Vb-Route", das heißt den Umweg über Südfrankreich, den Golf von Genua und die Alpen zur Ostsee einschlagen. (aus derStandard vom 21. August 2002)



Lostage

11. Juni:
Mit der Sens' der Barnabas,
schneidet ab das längste Gras.

15. Juni:
Hat der Wein abgeblüht auf St. Vit,
bringt er ein schönes Weinjahr mit.

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