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Die Vegetation wird blickdicht

Dieser Frühlingsabschnitt ist durch die beginnende Laubentfaltung der meisten heimischen Gehölze gekennzeichnet. Im Vollfrühling wird die Vegetation "blickdicht". Mit einer geballten Ladung Phytomasse werden die Winterreserven der Pflanzendecke mobilisiert. Er ist damit auch der Beginn des Lebenszyklus vieler Pflanzenfresser. Mit der erreichten gesicherten Ernährungsbasis für anspruchsvollere Tierarten trifft auch die Hauptmasse der niederösterreichischen Zugvögel bei uns ein. Für die Naturbeobachter ist das eine arbeitsintensive Zeit. So wenige Leute und so viel zu tun! Teilen Sie Ihr Wissen und Ihre Beobachtungen mit uns.



Was wäre der Erstfrühling ohne die Schlehe

Wenn die Schlehe sich anschickt ihre ersten Blüten zu öffnen, zieht der Erstfrühling bereits ins Land und wir sind schon wieder um eine "echte Jahreszeit" weiter. Kurze Zeit nachdem sich die ersten Blüten entfaltet haben, verwöhnt die Schlehe unser Auge mit ihrer zarten, dichtgereihten Blütenpracht. Beobachten Sie doch einmal wie lange es vom Beginn der Blüte bis zur Vollblüte der Sträucher dauert (wenn Sie es als Schlehenfreak nicht sowieso schon wissen). Nach dem Kraftakt des so prächtigen Aufblühens lassen sich die Pflanzen mit dem Laubaustrieb noch rund 1-2 Wochen Zeit, erst dann schwenkt der farbliche Gesamteindruck eines Schlehenstrauches von weiß auf grün - auch schön.

Übrigens ist Schlehe nicht gleich Schlehe! So treten spontan immer wieder großfruchtige Formen auf, die deutlich weniger Gerbsäure enthalten. Sie scheinen einer der Ausgangspunkte der langen, verwickelten Entwicklungsgeschichte unserer Pflaumen zu sein. Falls Sie das näher interessiert, müssen Sie sich noch ein wenig gedulden: zur Zeit der Fruchtreife werden wir uns diesem Thema noch ausführlich widmen.

Ein kleiner dorniger Exkurs
Im Winter fallen die Schlehen eigentlich nur dann auf, wenn man den zugespitzten Trieben oder Dornen zu nahe kommt, die langläufig schon auch als Stacheln verschrien sind. In der Botanik wird zwischen Stacheln und Dornen jedoch genau unterschieden. Beide Stechorgane funktionieren zwar ähnlich, aber Dornen sind kurze, zugespitzte Triebe und somit lebende Pflanzenorgane. Stacheln dagegen sind Bildungen der obersten Zellschicht der Haut. Dornen sind die evolutionär elegantere Methode der Selbstverteidigung. Hat man Stress, werden die stark stechenden Sprossdornen ausgefahren. Wenn der Anlassfall vorbei ist, können die Dornen wie ganz normale Zweige weiterwachsen. Die stechenden Pflanzenbildungen sind als wirkungsvoller Fraßschutz gegen Pflanzenfresser entwickelt worden, und wie es scheint, musste sich die Schlehe immer besonders wehren.

Woran man den Beginn des Erstfrühlings noch erkennt

Es gibt natürlich jede Menge weiterer Naturphänomene die in dieser Zeit zu beobachten sind. Wenn Sie auf eines der nachfolgenden "Naturschauspiele" treffen, können Sie jedoch ziemlich sicher sein, dass Sie es mit dem einziehenden Erstfrühling zu tun haben.

  • Roßkastanie (Beginn des Austriebes)
  • Apfel (Beginn des Austriebes)
  • Birne (Beginn der Blüte)
  • Süßkirsche (Vollblüte)
  • Rotbuche (beginnende Blattentfaltung)

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